Rosemarie Rataiczyk (*1930)

Neu in der Werk-Datenbank (4/15): Rosemarie Rataiczyk (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=9)

Rosemarie und Werner Rataiczyk gehören zu den Künstlerpaaren, die häufig gemeinschaftlich an einem Projekt arbeiten und zugleich ihre künstlerische Eigenständigkeit bewahren. In der Werk-Datenbank repräsentieren die beiden die hallesche Schule der Textilkunst, wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg unter Orientierung an französischen Vorreitern an der Burg Giebichenstein herausbildete. Heute informieren wir zunächst über Rosemarie Rataiczyk.

Rosemarie Rataiczyk (*1930) wurde 1945 bis 1947 zur technischen Zeichnerin ausgebildet. Von 1947 bis 1952 studierte sie an der Burg Giebichenstein in Halle freie Grafik, Malerei und Bildteppichgestaltung. Sie arbeitet seit 1952 freischaffend in Halle (Saale). Gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner Rataiczyk, den sie 1952 heiratete, baute sie privat eine Gobelin-Werkstatt auf. „In ihrer Arbeit setzte sie eigene und Entwürfe ihres Mannes in Gobelin-Bildteppiche um, die ersten derartigen Werke in der DDR. Nach kleineren Arbeiten ohne Auftraggeber erhielten sie erste Aufträge von Kirchengemeinden aus Halle und der Umgebung der Stadt. Später fertigten sie auch großformatige Bildteppiche für öffentliche Einrichtungen, u. a. die Komische Oper in Berlin, die Humboldt-Universität Berlin und die heutige Hochschule Merseburg. Bis 2003 entstanden so 72 große gemeinsame Arbeiten. Daneben arbeitete Rosemarie Ratajczyk als Malerin und Grafikerin. Von 1967 bis 1983 war sie auf allen Kunstausstellungen der DDR mit Werken vertreten. Von 1952 bis 1990 war sie Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Rosemarie_Rataiczyk) Rataiczyk erhielt 1956, 1966 und 1974 den Kunstpreis der Stadt Halle sowie 1974 den Händelpreis und 1981 den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Bronze. Ihre Werke befinden sich unter anderem im Burg- und Schlossmuseum Allstedt, den Kunstsammlungen Chemnitz, im Museum Schloss Bernburg, in der Kirche St. Nicolai Landsberg, der Kunstsammlung der Humboldt-Universität zu Berlin und der Komischen Oper Berlin.

Die Verzeichnisse „Grafik“, „Malerei“ und „Textil“ von Rosemarie Rataiczyk wurden von Katharina Lorenz (Text Bild Werk) aus Halle (Saale) erstellt. Ihr Werk war bereits sehr gut durch den Sohn Matthias Rataiczyk dokumentiert worden, der eine genaue Kenntnis des Œuvres seiner Eltern besitzt. Die Auswahl der zu erfassenden Werke nahm die Bearbeiterin gemeinsam mit ihm vor. Dabei stellten sie einerseits das Hauptwerk in den Vordergrund, deckten aber zugleich auch die Bandbreite der Gattungen ab, in denen die Künstlerin sich bewegt, und dokumentierten außerdem auch Werkgruppen, die ihre künstlerische Entwicklung bis in die Gegenwart aufzeigt. Herauskristallisiert wurde ein Kernbestand aus 50 Arbeiten aus den gut 60 Schaffensjahren zwischen 1947 und 2008.

Beispiel aus der Werk-Datenbank (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3091):

Rosemarie Rataiczyk: Laternenfest, 1979
Öl auf Hartfaser, 50 x 70 cm
Signatur: bez. u.r.: R. Rataiczyk
Bemerkungen zur Provenienz: Besitz der Künstlerin
Foto: Werner und Rosemarie Rataiczyk