Katharina Heise (1891-1964)

Neu in der Werk-Datenbank (3/15): Katharina Heise (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=31)

Katharina Heise (1891-1964) ist die älteste der neu aufgenommenen Künstler*innen in der Werk-Datenbank Bildende Kunst Sachsen-Anhalt. Die Expressionistin, die seit den 1910er Jahren in Berlin lebte und arbeitete, kehrte nach der Zerstörung ihres Ateliers durch einen Bombentreffer 1942 in ihr Elternhaus in Schönebeck-Salzelmen zurück. Hier hatte sie als Tochter eines wohlhabenden Bauern eine höhere Schulbildung genossen und in Magdeburg die Kunstgewerbeschule besucht. Es folgte ein Studium in Dresden, wo sie den jungen Conrad Felixmüller kennen lernte und Kontakt zur Künstlergruppe „Die Brücke“ hatte. Gemeinsam mit ihrer Schwester Annemarie unternahm sie 1913/14 eine Studienreise nach Paris und die beiden strandeten schließlich während des Ersten Weltkrieges in Berlin. In der Zeitschrift „Die Aktion“ veröffentlichte Katharina Heise erstmals Holzschnitte. Angeregt durch ihre Ateliernachbarin Käthe Kollwitz widmete sie sich verstärkt der Bildhauerei und feierte in diesem Metier große Erfolge – allerdings unter ihrem männlichen Pseudonym Karl Luis Heinrich-Salze. Zurück in Schönebeck schuf sie vor allem Kleinplastiken zu christlichen Themen, konnte aber an ihre früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen.

Da Heise ihren Nachlass vor ihrem Tod nicht testamentarisch geklärt hatte und keine dirkten Erben bekannt waren, wurde ein Teil der vorhandenen Kunstwerke im Elternhaus von Privatpersonen übernommen und gelangte später in private und öffentliche Sammlungen. Ein großer Bestand befindet sich heute im Salzlandmuseum Schönebeck, weitere Konvolute im Angermuseum Erfurt, im Kulturhistorischen Museum Magdeburg im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg und im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

Die Kunsthistorikerin Dr. Doreen Pöschl aus Halle (Saale) pflegte rund 50 Hauptwerke der Künstlerin in die Werk-Datenbank ein, verzeichnet in den Beständen „Gemälde“ (15 Objekte), „Grafik“ (17 Objekte) und „Plastik“ (19 Objekte). Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Arbeiten von vor 1945, da Heise hier den Großteil ihres noch vorhandenen Œuvres geschaffen hatte. Mit ihrer Rückkehr nach Schönebeck 1942/43 nahm ihre künstlerische Schaffenskraft rapide ab, daher sind nur wenige Werke aus der DDR-Zeit vorhanden. Das Salzlandmuseum in Schönebeck hatte sich im Rahmen der Ausschreibung zum Projekt Pilotverzeichnisse mit seinem Nachlass zu Katharina Heise beworben. Gemeinsam mit dem Mitarbeiter des Salzlandmuseums, Frank Löbig, traf die Bearbeiterin eine Auswahl von 33 Werken aus dem Bestand des Museums, die in die Datenbank aufgenommen wurden. Zusätzlich wurden Bestände des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, des Kulturhistorischen Museums Magdeburg, des Kunstmuseums Moritzburg in Halle (Saale) und des Angermuseums Erfurt sowie aus dem öffentlichen Raum in Schönebeck und aus Privatbesitz verzeichnet.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3598

Katharina Heise: Frauenbildnis mit Maske, um 1918, Öl auf Leinwand, 94,5 x 45,2 cm
Signatur: Am rechten unteren Rand sind die verbundenen Initialen „KH“ zu erkennen. Es könnte sich aber auch um ein eng verbundenes „KLH“ handeln, welches auf das Pseudonym der Künstlerin verweist.
Aktueller Standort: Erfurt, Angermuseum; Aktuelle
Inventarnummer: VII 694, Aktuelle Präsentation: Depot
Zugangsart: Nachlass
Foto: Angermuseum, Andreas Kämper, 2020