Bernd Göbel (*1942)

Bernd Göbel (*1942)

Neu in der Werk-Datenbank (5/15): Bernd Göbel (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=17)

Der Bildhauer und Medailleur Bernd Göbel gehört zu den bekanntesten halleschen Künstlern unserer Zeit. Hallenser*innen begegnen seiner Kunst schon im Kleinkindalter, wenn sie sich am Hallmarkt im Sommer am Brunnen erfrischen, der im Volksmund den Namen „Göbel-Brunnen“ trägt. Neben seinen figürlichen Bronzeplastiken schuf er unzählige Medaillen und hat die Medaillenkunst an der Burg Giebichenstein vielen seiner Schüler*innen vermittelt. 2017 veröffentlichte er seine Autobiografie unter dem Titel „Verschiedenes Hell. Ein Bildhauer in Deutschland“. Die Liste seiner Auszeichnungen ist überwältigend: Will-Lammert-Preis der Akademie der Künste Berlin (1973), Gustav-Weidanz-Preis, Halle (1975), Kunstpreis der DDR (1984), Kunstpreis des FDGB (1988), Ernst-Rietschel-Preis, Pulsnitz (1998), Sandford-Saltus-Preis der American Numismatic Society (ANS) in New York (2000), Grand Prix von FIDEM (Internationale Medaillengesellschaft) in Paris (2002), Hallescher Kunstpreis (2012), Hilde-Broër-Preis für Medaillenkunst (2013), Kunstpreis der Stadt Wernigerode (2017).

Bernd Göbel wurde 1942 im sächsischen Freiberg geboren, wo er Anfang der 1960er Jahre eine Lehre zum Holzbildhauer absolvierte. Anschließend studierte er Bildhauerei an der Burg Giebichenstein und war während des Studiums in der hochschuleigenen Gießerei tätig. Um 1970 erhielt er erste Aufträge für Plastiken im öffentlichen Raum und fasste gleichzeitig als Dozent an der Burg Giebichenstein Fuß, die ihn 1982 zum Professor für Plastik berief. Er ist Gründungsmitglied des Nationalkomitees der DDR in der FIDEM (Fédérdation Internationale de la Médaille d ́Art/International Art Medal Federation) sowie der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst. Er lebt und arbeitet seit seiner Emeritierung 2008 freischaffend in Halle.

Die Kunsthistorikerin Dr. Doreen Pöschl aus Halle (Saale), die übrigens auch ihre Doktorarbeit über Bernd Göbel schrieb, konnte als Bearbeiterin der Bestände Göbels gewonnen werden. Aus seinem umfangreichen Gesamtwerk wählte sie gemeinsam mit dem Künstler und dessen Ehefrau Eva Göbel in den Gattungen Plastik (32 Werke), Medaille (13 Werke) und Grafik (5 Werke) die wichtigsten Objekte aus und wurde damit der gestellten Aufgabe gerecht, einen „Kernbestand“ an Werken herauszukristallisieren.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3841

Bernd Göbel: Wartet nicht auf bessre Zeiten, 1990 Bronze, Farbe, Vergoldung, Durchmesser: 10,0 cm
Signatur: Ein „G“ für Göbel auf der Medaillenrückseite am Fuß es Baumes
Objektbeschreibung: Inschrift auf der Medaillenrückseite: „Wartet nicht auf bessre Zeiten wartet nicht mit eurem Mut / gleich dem Tor der Tag für Tag an den Flusses Ufer wartet / bis die Wasser abgeflossen die doch ewig fliessen.“
Aktueller Standort: Bernd Göbel, Lettin;
Aktuelle Präsentation: Atelier
Bemerkungen zur Provenienz: Abgüsse vorhanden in folgenden Sammlungen: Kunstsammlung Dresden, Staatliche Museen zu Berlin, Württembergisches Landesmuseum Stuttgart
Foto: Werner Ziegler, 2013