Wolfgang Policek (1932-2000)

Neu in der Werk-Datenbank (11/15): Wolfgang Policek (https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=person&id=25)

Mit Wolfgang Policek (1932-2000) wird in der Werk-Datenbank ein weiterer Maler gewürdigt, der zu den herausragenden künstlerischen Positionen Magdeburgs zählt. Neben dem malerischen Spätwerk Policeks aus den 1990er Jahren zeigt die Auswahl auch seine frühere Entwicklung, etwa seine Einflüsse durch Reisen oder seine Arbeit in der keramischen Wandgestaltung, die für die Forschung zur Kunst aus der DDR und der Wendezeit sowie der Kunstszene im mitteldeutschen Raum wesentlich sind.

Wolfgang Policek wuchs in Halberstadt auf und erlernte dort nach dem Besuch der Grundschule das Handwerk eines Dekorationsmalers. 1957 nahm er ein Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg auf, das er 1960 abschloss und im selben Jahr an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden in der Richtung Wandmalerei fortsetzte. Nach dem Diplom in Dresden wurde er 1965 in Magdeburg ansässig und wirkte hier als freischaffender Maler und Grafiker, ehe er 1997 wieder nach Halberstadt übersiedelte. Policek gehörte zu der Künstlergeneration, die selbstbewusst den ersten vorsichtigen Bruch mit der restriktiven Kulturpolitik in der DDR der 1950er Jahre sichtbar vollzog. In den letzten Lebensjahren näherten sich seine Arbeiten immer stärker der Konkreten Kunst. Policek nahm mit Arbeiten in seiner Magdeburger Zeit an allen Bezirkskunstausstellungen bis 1990, an den legendären Ausstellungen “Vorgänge” I und II im Kulturhistorischen Museum Magdeburg sowie an zentralen Ausstellungen der DDR teil. Für öffentliche Einrichtungen schuf er, zum Teil gemeinsam mit seiner Frau Annedore Policek, zahlreiche wandgebundene Malereien und Keramikbilder.

Die Verzeichnisse „Baugebundene Kunst“, „Grafik“, „Collage“, „Malerei“ und „Zeichnung“ des Künstlers Wolfgang Policek wurden erstellt von Josephine Rex, Halle (Saale). Zur Bearbeitung seines Nachlasses von nahm sie eine intensive Sichtung des Gesamtwerkes anhand erhaltener und dokumentierter zerstörter Werke in Zusammenarbeit mit seiner Witwe vor, der Künstlerin Annedore Policek. Dies geschah durch Besuche am jetzigen Wohnort von Annedore Policek in Magdeburg sowie am früheren Wohn- und Arbeitsort des Künstlerehepaars in Halberstadt.

Beispiel aus der Werk-Datenbank: https://werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/index.php?pn=item&id=3968

Wolfgang Policek: Rotes Meer, 1990, Acryl, 90 x 120 cm

Signatur: unten links: W. POLICEK 90
Aktueller Standort: Annedore Policek, Halberstadt
Foto: Matthias Behne, August 2020